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Star Trek und die Medien:

Vor über 30 Jahren hat der damals wenig bekannte Regiesseur Gene Roddenberry einen Pilotfilm über ein Raumschiff Enterprise mit einem Capt. Pike und einem Wissenschaftsoffizier mit dem utopischen Namen Spock produzieren lassen. Als diese Folge fertig war, machte er sich auf die Suche nach einem Sender der diese dann "unters Volk bringen sollte". NBC war schließlich der aussichtsreichste Kandidat. Doch die damals verantwortlichen Chefs des Senders entschieden, dass diese Folge keine Zukunft hätte. Sie war nämlich zu wenig actionreich. Sie gaben ihm jedoch eine zweite Chance: Er sollte eine weitere Folge entwickeln, die eher den Ansprüchen von NBC entsprach. Dies machte er dann auch. Das fertige Produkt: STAR TREK (dt. Titel: Raumschiff Enterprise). Diesmal wurde jedoch der Captain sowie fast die gesamte Crew des Schiffes ausgetauscht. Nur Mr. Spock durfte bleiben.

Diese Folge wurde auch von NBC akzeptiert und schließlich im Fernsehen ausgestrahlt. Es war eine riskante Entscheidung, denn das Leben auf dem Raumschiff war für damalige Verhältnisse sehr ungewöhnlich: Eine amerikanische Serie wo eine Afrikanerin als Kommunikationsoffizier, ein chinesischer sowie ein russischer Staatsbürger auf der Hauptbrücke arbeiten; das war in der Zeit des kalten Krieges und der noch größtenteils unkritisierten Geschlechter- und Rassendiskriminierung ein sehr neuartiges Konzept. Aber es hat sich bewährt und diese Serie wurde ein großer Erfolg.

Natürich wurden auch einige Kinofilme zum Thema STAR TREK produziert. Man wollte schließlich auch die Kinobesucher erreichen die vielleicht nicht so oft fernsehen.

Anfang der 90er Jahre entschied sich Paramount Pictures eine neue Serie zu produzieren die auf STAR TREK basierte. Man war sich nicht sicher ob die Zuseher dieses neue Raumschiff und seine neue Besatzung akzeptieren würden. Deshalb entschieden sich sich, die Handlung ebenfalls auf einem Raumschiff Enterprise zu platzieren. Vor der großen Quotenbekanntgabe hatten sicher einige Verantwortliche großes "Bauchweh" und fragten sich, ob es gut war so viel Geld in eine Produktion zu stecken die dann vielleicht den Mythos "STAR TREK" zerstört. Fortsetzungen werden bekanntlich vom Publikum nicht immer akzeptiert. Die Sorgen waren aber unbegründet und die Serie wurde ein großer Erfolg. Die Originalserie war zwar bei vielen Trekkern der ersten Generation beliebter, aber es reichte trotzdem dafür aus, dass man eine dritte und eine vierte Serie produzierte: STAR TREK: Deep Space 9 und STAR TREK: Voyager. Beide Serien wurden ein Erfolg und heute kann man nur noch über die anfänglichen Ängste lachen die man vor "Das nächste Jahrhundert" hatte.

Nun wurde auch schon eine fünfte Star Trek Serie produziert: Enterprise. Die Serie spielt im 22. Jahrhundert und handelt von den Abenteuern von Captain Archer auf dem Raumschiff USS Enterprise NX-01. Die Föderation wurde noch nicht gegründet und die gesamte terranische Raumfahrt steckte noch in den Kinderschuhen. Wie bei Captain Kirk macht Archer unzählige Erstkontakte mit diversen fremden Spezies. Man hat sich also in der fünften Serie wieder auf die ersten Grundsätze von STAR TREK besinnt auf die man bei TNG, DS9 und Voyager schon etwas verzichtet hat.

Aber nicht nur im Fernsehen hat sich Star Trek entwickelt. Das Internet hat maßgeblich dazu beigetragen.

Stellen Sie sich vor, wie Star Trek gehandelt werden würde, wenn es das Internet nicht gebe. Das Merchandising wäre ein großes Problem. Im Internet ist genug Raum für abertausende Werbeseiten auf denen diverse Fanartikel 24 Stunden am Tag angepriesen werden können. Im Fernsehen ist jedoch nur ein kleiner Zeitraum möglich. Außer es gibt einen eigenen Star Trek - Werbesender. Aber selbst dieser könnte in 24 Stunden Sendezeit nicht soviel anpreisen wie das Internet mit seiner unendlichen Anzahl an Seiten.

Aber es ist nicht nur die direkte Werbung. Star Trek kann nur überleben wenn es genug Fans gibt. Der Quotenkampf ist enorm und die Konkurrenz schläft nicht. Die 1 Stunde am Tag an der im TV durchschnittlich Star Trek läuft ist sicher nicht genug um den Mythos am Leben zu erhalten. Die Produzenten leben vom Fanatismus mancher Fans und nirgends kann sich dieser Fanatismus schneller ausbreiten als über das World Wide Web. Fans können per E-Mail oder Diskussionsforen mit Gleichgesinnten aus der ganzen Welt kommunizieren. Das Internet ist die einfachste Möglichkeit, dass ein Australier mit einem Ägypter über ein gemeinsames Hobby reden kann. Sicher, mit der Post geht es auch aber das dauert natürlich erheblich länger als in Chatrooms, wo Entfernungen von Millionen von Lichtjahren ...äh...Kilometern  in Sekunden überwunden werden. Telefone sind natürlich auch nur für kleine Entfernungen empfehlenswert. Wer redet schon stundenlang mit jemanden, der auf der anderen Seite der Welt lebt.

Wie gesagt: Danke, dass es das Internet gibt. Sonst wäre Star Trek bereits nach TNG ausgestorben. Zumindest aber hätte es nur eine sehr geringe Marktdichte. So gering, dass irgendwann kein Sender mehr viel Geld dafür ausgeben würde.

Mit meinen Seiten versuche ich dazu beizutragen, dass Star Trek nie aussterben wird. Ich alleine kann das natürlich nicht schaffen, aber wenn es so bleibt wie jetzt, dann sehe ich für absehbare Zukunft keine Gefahr.

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